Nichts geht über das Mißgeschick. Liefert es doch den Grundstoff für den musikalischen Saft einer Band, die das Leben mit all seinen ganzen Unübersichtlichkeiten reibungslos in tanzbare Fakten übersetzt.
Im Zustand inbrünstigen Verlangens nach Erlösung vom dauernden geistigen und musikalischen Ausgestoßensein arbeiten 4 Musiker in heruntergekommenen Behausungen hart und trocken daran, einen Sound zu kultivieren, der ihrem Publikum das Mitgefühl sichert und Ihnen selbst die Portion Bedeutung verleiht, die sie sich für ihr Leben noch erhoffen. Um endlose Sehnsucht, Leidenschaft, Verzweiflung und Hoffnung gleichermaßen an das Ohr derer zu tragen, die bereit sind, ihre Botschaft offenen Herzens zu empfangen, setzen sie neben einer soliden Grundausstattung (Stromgitarre, Bass, Schlagzeug) auf die Wirkung eines Heimwehkompressors (Akkordeon), einer Spielzeuggitarre (Mandoline) und eines Arsenals merkwürdigster Saug-, Blas- und Zupfinstrumente (Kuhhornsaxophon, Schlumpftrompete, manchmal auch ein Banjo)
Heraus kommt druckvolle Musik aus dem warmen Unterhosengrund und dem kalten Hamsterrad des wahren, echten Lebens - denn, wen interessiert sie schon wirklich, die Welt der Schönen und Reichen - nicht wahr? Malcanto aus Marburg spielt Melodien aus allen möglichen Ländern in denen das Akkordeon seine Wurzeln geschlagen hat (Deutschland, Frankreich, Mexiko, Argentinien, Südstaaten der USA etc.) und versaubeutelt alles, was durch ihre Finger geht. In der Sprache ihrer Mütter wird beseelt von der zweifelhaften Ästhetik des Trinkens, der Romantik des Versagens und der Wohlstandsfassade, die täglich so viele Menschen sauber lecken müssen, gesungen.
Mit unverzagter Spielfreude rumpeln krachende Rhythmen aus den Lautsprechern und zerren auch bereits angejahrte und tanzfaule Mitmenschen mitsamt ihren Gehhilfen aufs Parkett.
"Botschaften vom Abgrund des Lebens, dargeboten von harten Provinzjungs mit hochansteckender Spielfreude" wusste der Giessener Anzeiger zu berichten.

Gute Unterhaltung!

Peter Volksdorf: Gesang, Akkordeon, Mandoline, Blasinstrumente
Chilli Willie Schimanski: Gesang, Stromgitarre - Solo und Rissm,
Siegfried Steiner: Bässe - hängend und stehend
Erik Th. Singer:
Schlagzeug