Blutrausch-chacha
Text: Peter Volksdorf

Man sagt er kam aus einem Loch und plötzlich war er einfach da
er kroch vielleicht aus irgendeiner Gruft.
Kreidebleiche Haut und sein Lächeln sonderbar
umgab ihn stets ein Hauch von feuchtem Moderduft.
Sein Blick hat mich gestreift und dann packt er mich am Arm,
das ist alles, was ich noch erinnern kann.
Im Herzen wird es kalt und an der Gurgel pulst es warm
und ich spür´ den Stich von einem scharfen Zahn.

Seit unserer Begegnung tut mein Hals mir ständig weh.
In meinen Adern tobt es wie bei einer Schlacht.
Ich weiß er trinkt das Blut wie andere Leute ihren Tee
und er hat mich zu Seinesgleichen gemacht.
Mein Leben ist seitdem so ganz anders als vorher.
Ich bin getrieben von unendlicher Gier.
Als hätte ich an einer Schale mit frischem Blut geleckt,
mach´ ich jetzt Jagd auf jedes waidwunde Tier.

Der Schmerz zerreisst mich schier und ich folge meinem Drang,
sinnlos jede Form von Gegenwehr.
Mein Blick wird wild und jede Handlung wird zu einem Zwang
und über alles was noch zuckt fall´ ich dann her.
Erst war ich sehr bescheiden und hab´ Katzen ausgelutscht.
Ein letztes Maß Moral war noch in mir.
Nach ein paar Wochen ist mir dann die letzte Hemmung weggerutscht
und als nächstes besauf´ ich mich an Dir.

Ich steig´ aus meiner Gruft und plötzlich bin ich da,
wie alle meiner Art scheu ich das Licht.
In wen ich mich verbeiß, für den wird jeder Albtraum wahr
und alle sagen Dir, es gibt mich sicher nicht.